


Das Haus wurde von einem Berliner Bankier in den Jahren 1890/91 im englischen Landhausstil erbaut. Es war damals die erste „Villa“ in Prerow. Nach dem Tode des Erbauers im Jahre 1892 wurde das Haus von dem Berliner Hofschuhmachermeister Wilhelm Breitsprecher erworben.
Wilhelm Breitsprecher besaß als Erbin seines beträchtlichen Vermögens nur eine Tochter, Anna mit Namen, eine der besten „Partien“ Berlins. Der Vater bestimmte, daß nur ein Schuhmacher, der den Betrieb übernehmen konnte, um Annas Hand anhalten durfte. Der Auserkorene, Gustav Jaenecke, entstammte zwar ebenfalls einer Handwerkerfamilie (sein Vater war Berliner Hoftischlermeister), aber er war von Beruf Bankkaufmann. Der alte Breitsprecher bestand jedoch auf seiner Bedingung, und so legte der Bankkaufmann Gustav Jaenecke die Meisterprüfung als Maßschuhmacher ab - eine Geschichte, die zur Altberliner Chronik gehört.
Mit der Heirat von Anna Breitsprecher und Gustav Jaenecke wurde das Waldschloß in Prerow Sommersitz und Ferienhaus der schnell wachsenden Familie und ihrer Freunde.
Anna Breitsprecher-Jaenecke gebar vier Kinder, drei Söhne und
eine Tochter.
Gustav Jaenecke senior und seine Frau Anna siedelten während
des Krieges nach der Zerstörung ihrer Berliner Wohnung endgültig
nach Prerow über. Gustav Jaenecke starb hier 1944 und ist auf
dem Prerower Friedhof beerdigt. Seine Frau Anna blieb hier und erlebte
den Einmarsch der Roten Armee. Sie mußte das Haus verlassen,
es wurde Sitz der „Kommandantura“ und in dieser Zeit
vollkommen verwüstet, das kostbare Inventar teils zerstört,
teils geplündert. Anna Jaenecke konnte nur retten, was sie auf
dem Leibe trug. Sie wurde in ein anderes Haus in Prerow eingewiesen.
Als gegen sie im Jahre 1952 (sie war damals 78 Jahre alt) ein Strafverfahren wegen „Diebstahls an Volkseigentum“ eingeleitet wurde (sie hatte in dem ihr gehörenden Waldgrundstück am Bernsteinweg ohne Genehmigung Holz für eigene Heizzwecke schlagen lassen), entschloß sie sich zur Flucht und siedelte zu ihrem Sohn Gustav nach Bad Neuenahr über, wo sie ihre letzten Lebensjahre verbrachte.
Das Haus wurde in der Folgezeit in das „Eigentum des Volkes“ überführt und dem FDGB als Ferienheim übertragen. Als solches diente es bis zum Ende der DDR im Jahre 1990.
1992 wurde das Haus der Erbengemeinschaft Jaenecke auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen rückübertragen. Die Erbengemeinschaft veräußerte den Besitz, der als Familiensitz nicht zu halten war, an private Investoren.
1995 wurde das gesamte Grundstück mit den darauf befindlichen
Gebäuden von der Familie Jahncke aus Ludwigslust gekauft, das
sich im sehr maroden Zustand befand. Die 2 bestehenden Gebäude
wurden mit viel Liebe zum Detail restauriert und ein Neubau kam hinzu.
So können Sie seit Mai 1996 in unserem familiengeführten
Hotel WALDSCHLÖSSCHEN ruhen, schlemmen und genießen.